Kölner Dom - Panoramablick vom Vierungsturm
Von der knapp 70 m hohen Aussichtsplattform des Vierungsturmes, deren Brüstung noch aus den originalen Zinkgußmaßwerken des 19. Jahrhunderts besteht, bietet sich ein einzigartiger Rundblick auf Dom und Stadt. Im Westen sind die beiden Türme des Domes zu sehen; rechts davon liegt die rosafarbene, ehemalige Jesuitenkirche St. Mariae Himmelfahrt und der Kölner Hauptbahnhof, hinter dem sich in der Ferne die romanische Kirche St. Kunibert erhebt. Weiter geht der Blick zum Rhein und über den Chor des Domes, in dessen Verlängerung die Hohenzollernbrücke liegt, das Museum Ludwig und die Altstadt mit der direkt am Rhein gelegenen romanischen Kirche Groß St. Martin hinweg bis hin zum grün eingerüsteten Rathausturm. Rechts neben dem Südquerhaus des Domes liegt das Domhotel mit der Minoritenkirche im Hintergrund und schon kehrt der Blick zurück zu den Türmen des Domes.
Aber auch die außergewöhnlich steilen Dächer über Chor, Langhaus uns Querschiff des Domes prägen den Blick vom Vierungsturm.
Über 12.000 m2 nehmen die Dachflächen des Kölner Domes ein. Alle Dächer sind mit großformatigen Bleiplatten gedeckt, deren Gewicht sich insgesamt auf ca. 600 t beläuft.
Blei als Deckmaterial der Dächer hat am Kölner Dom eine lange Tradition. Schon der älteste Bauteil des Domes, der um 1300 fertiggestellte Chor, besaß ein (15 m hohes) Bleidach von gleichen Ausmaßen wie das heutige, das bereits ebenso steil proportioniert war.
Die mit 67,5° ungewöhnlich steile Neigung der Dachflächen machte die im Mittelalter hier angebrachten goldenen Ornamente besser sichtbar und ließ auch die ca. 1,50 m hohe goldene Inschrift gut lesbar werden, die auf den bedeutendsten Reliquienbesitz der Kölner Kathedrale, die Gebeine der Heiligen Drei Könige, Bezug nahm.
Nach größeren Schäden im Zweiten Weltkrieg wurde 1985 schließlich eine vollständige Erneuerung aller Dachflächen eingeleitet, die im Bereich der Hochschiffe mit Fertigstellung der Nordseite 1996 abgeschlossen werden konnte. Teile des alten Bleidaches wurden als Zifferblätter der sogenannten Domuhren recycelt, die bis heute mit großem Erfolg zugunsten des Domes verkauft werden.
Einhergehend mit der Neueindeckung der Hochschiffdächer wurde auch der 1,35 m hohe Dachkamm aus Zinkguß erneuert. Der 1861 in der Kölner Zinkgießerei Pütz hergestellte Maßwerkkamm wies infolge von Krieg und Verwitterung zahllose Löcher und Risse auf, so daß auch hier immer wieder Wasser in die Dachkonstruktion eindrang.
Daher wurden die einzelnen Teile des Dachkammes in der Mailänder Kunstgießerei Battaglia originalgetreu in Bronze nachgegossen und zwischen 1984 und 1990 auf den Hochschiffdächern montiert. Die galvanisch vergoldeten Lilien, die dem Dachkamm sein mittelalterliches Aussehen zurückgeben, sind nachträglich aufgeschraubt.
Erstmals seit 1882 erstrahlt auch das 8,39 m hohe, aus 11 Bronzegußteilen bestehende Firstkreuz des späten 13. Jahrhunderts wieder in goldenem Gewand. Von einem über dem Chorschluß errichteten, 16 m hohen Gerüst aus wurde das hauchdünne Blattgold im Oktober und November 1991 direkt vor Ort aufgetragen.